Schallschutz

Allgemeine Einleitung: Schallschutz

Oft wird Lärmschutz damit gleichgesetzt, sich auf ruhige Orte zurückzuziehen oder Maschinen und andere Geräuschquellen einfach abzuschalten. Das geht in den industriellen Bereichen natürlich nicht. Es stellt sich die Frage, wie niedrige Schallpegel erreicht werden können, ohne die Funktion, z.B. von Maschinen und Anlagen, zu beeinträchtigen. Nicht zuletzt sind komfortabel ruhige Arbeitsplätze ein wesentlicher Faktor zur Motivation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, denn Lärm macht nervös und aggressiv und kann leicht zu Fehlern in der Produktion führen. Subjektiv wird gehörmäßig registriert, dass es neben unterschiedlich lauten Lärmquellen auch relativ leise Geräusche gibt, die aber dennoch aufgrund ihrer Frequenzzusammensetzung äußerst störend sein können.

Und der Gesetzgeber fordert in seinen einschlägigen Arbeitsplatzverordnungen limitierte Schallpegel am Arbeitsplatz. Das alles nicht ohne Grund, denn ständige übermäßige Lärmbelastung verursacht dauerhafte Gehörschäden. Daher überwachen die zuständigen Berufsgenossenschaften das Einhalten der einschlägigen Vorschriften.

Anbei finden Sie die gesetzlichen Richtlinien als PDF-Dokument zum Download.

Maschinenrichtlinie 95/16/EG vom 17.05.2006

Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung vom 8.3.2007

Lärmbereich Geräuschpegel in der UmweltAuswirkungen auf die Gesundheit
< 30 dB(A) Säuseln von Blättern, Flüstern, Ticken einer Taschenuhr in 1 m EntfernungKeine
30 - 65 dB(A) Normale Unterhaltung, Hintergrundschall im Haus oder Büro, "Zimmerlautstärke" von Rundfunk und FernsehenNegative Beeinflussung des vegetativen Nervensystems, Konzentrationsstörungen, Kommunikationsstörungen
65 - 85 dB(A) Telefonklingeln, lautes Sprechen, laute Maschinen und Geräte, PKW und LKW im StadtverkehrErhöhung des Blutdrucks, verstärktes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, Gehörschädigung bei längerer Einwirkung
85 - 120 dB(A) Presslufthammer, Motorrad ohne Schalldämpfer, Diskothekenmusik, laute Walkmanmusik, vor Lautsprechern bei Pop-KonzertenSchmerzschwelle, Gehörschädigung schon bei kurzer Einwirkung möglich, bei längerer Einwirkung hoher Schallpegel dauerhafte Schädigung der Sinneshaare im Innenohr
120 dB(A) Start von Düsenflugzeugen, Explosionen, naher ÜberschallknallSchädigung der Sinneshaare im Innenohr, Schädigung der Nervenzellen im Gehirn, Lähmungen bis zur Todesfolge
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Luftschalldämpfung (Absorption)

Luftschalldämpfung, auch oft Schallabsorption genannt, wird dann benötigt, wenn die Lärmbelastung innerhalb des Raumes der Schallquelle reduziert werden soll. Luftschalldämpfung wird dadurch erreicht, dass ein Teil der Bewegungsenergie der Luftmoleküle in Wärme überführt wird. Dies geschieht durch Reibung an Grenzflächen von faserigen oder offenporig geschäumten Materialien, in die Schallwellen eindringen können. Verwendet werden aber auch andere Konstruktionen wie z.B. Kammer, Folien- und Resonanzabsorber. Die Absorption ist stark frequenzabhängig. Allgemein gilt, je tiefer die zu dämpfenden Frequenzen, desto dicker muss das Absorptionsmaterial sein. Ein Maß für die Wirksamkeit schallabsorbierender Materialien ist der Absorptionsgrad α, dem Verhältnis von absorbiertem Schallanteil zur auftreffenden Schallintensität.

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Luftschalldämmung

Luftschalldämmung, auch Schallisolation genannt, ist dann erforderlich, wenn eine Abschirmung von Lärmquellen gegenüber anderen Räumen, z.B. Arbeitsplätzen, erreicht werden soll. Man versteht darunter die Verhinderung oder Verringerung des Schalldurchtritts durch eine Trennfläche. Die Schallwellen werden dabei vorwiegend reflektiert, so dass der Schallpegel im Senderaum ansteigt. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, werden oft Kombinationsmaterialien aus Schalldämmung und -absorption eingesetzt. Erreicht wird eine Schalldämmung durch Erhöhung des Flächengewichts von z.B. Blechen durch biegeweiche Dämmmatten. Die Luftschalldämmung ist frequenzabhängig, je tiefer die Frequenz, desto höher muss das Flächengewicht sein. Die Wirksamkeit der Luftschalldämmung wird beschrieben durch das Schalldämmmaß R, dem Unterschied des Schallpegels in dB vor und hinter der Trennfläche.

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Körperschalldämpfung

Körperschalldämpfung, auch Entdröhnung genannt, wird immer dann eingesetzt, wenn schwingende Flächen aus Blech oder anderen Materialien Luftschall abstrahlen. Die Schwingungsenergie wird dabei durch spezielle viskoelastische Eigenschaften des Dämpfungsmaterials in Wärme umgewandelt. Sandwichaufbauten sind dabei besonders wirkungsvoll, bedürfen aber einer sorgfältigen Auslegung. Kenngröße für die Absorption von Körperschall ist der Verlustfaktor d, der die Fähigkeit des betreffenden Materials beschreibt, bei dynamischer Beanspruchung (Biegeschwingung) Energie zu absorbieren. Der Verlustfaktor ist frequenz- und stark temperaturabhängig, deshalb ist bei der Materialauswahl unbedingt die Dauereinsatztemperatur zu beachten.

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